Leseflüssigkeitstraining (LFT): Unterschied zwischen den Versionen

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==Ablauf==
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Das Training beginnt mit einem Test, bei dem die Ausgangslage analysiert werden soll. In diesem Test müssen bis zu 20 Sätze mit aufsteigendem Schwierigkeitsgrad gelesen werden und eingeschätzt werden, ob die Aussage des Satzes wahr oder falsch ist. Hierfür haben die Schüler 90 Sekunden Zeit. Die in dieser Zeit richtig eingeschätzten Sätze ergeben einen Leistungswert (LW), der Basis für das kommende Training ist.  
Das Training beginnt mit einem Test, bei dem die Ausgangslage analysiert werden soll. In diesem Test müssen bis zu 20 Sätze mit aufsteigendem Schwierigkeitsgrad gelesen werden und eingeschätzt werden, ob die Aussage des Satzes wahr oder falsch ist. Hierfür haben die Schüler 60 Sekunden Zeit. Die in dieser Zeit richtig eingeschätzten Sätze ergeben einen Leistungswert (LW), der Basis für das kommende Training ist. Der Aufgabentyp des Tests ist an das Salzburger Lesescreening angelehnt. Sollte ein Kind bei diesem Test in 60 Sekunden alle Sätze lösen, entspräche dies einer äußerst guten Leseleistung.


In der Folge sollen die Kinder sich überlegen, welchen LW sie in durch das Training gerne erreichen möchten. Diesen Wert tragen sie gemeinsam mit dem Basiswert in ein Diagramm ein.
In der Folge sollen die Kinder sich überlegen, welchen LW sie in durch das Training gerne erreichen möchten. Diesen Wert tragen sie gemeinsam mit dem Basiswert in ein Diagramm ein.
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Das Absolvieren einer solchen Lese-Einheit wird zusätzlich mit einer Unterschrift dokumentiert. Nach Beendigung eines solchen Trainings (jedoch frühestens nach 3 Wochen) erfolgt ein weiterer Test nach oben skizziertem Schema, allerdings mit neuem Satz-Material, damit ein Trainingseffekt minimiert werden kann. Das Absolvieren des Tests ist für die Kinder mit einer kleinen Belohnung verbunden, z.B. einem Sammelbild, das in das Protokollheft eingeklebt werden kann.
Das Absolvieren einer solchen Lese-Einheit wird zusätzlich mit einer Unterschrift dokumentiert. Nach Beendigung eines solchen Trainings (jedoch frühestens nach 3 Wochen) erfolgt ein weiterer Test nach oben skizziertem Schema, allerdings mit neuem Satz-Material, damit ein Trainingseffekt minimiert werden kann. Das Absolvieren des Tests ist für die Kinder mit einer kleinen Belohnung verbunden, z.B. einem Sammelbild, das in das Protokollheft eingeklebt werden kann.


In der Folge wird kontrolliert, ob das Leseziel schon erreicht wurde. Ist dies nicht der Fall, wird das Training mit der nächsten Übungsphase in gleicher Weise fortgesetzt. Sollte das Ziel erreicht worden sein, kann ggf. gemeinsam mit dem Schüler überlegt werden, ob das Ziel noch ein wenig gesteigert werden kann.
Nun wird durch den Schüler und die Lehrkraft kontrolliert, ob das Leseziel schon erreicht wurde. Ist dies nicht der Fall, wird das Training mit der nächsten Übungsphase in gleicher Weise fortgesetzt. Sollte das Ziel erreicht worden sein, kann ggf. gemeinsam mit dem Schüler überlegt werden, ob das Ziel noch ein wenig gesteigert werden kann.


Nach insgesamt 6 Trainingsrunden wird überprüft, ob das angestrebte Ziel erreicht wurde. Ggf. kann in einer Reflexion darüber nachgedacht werden, warum das Ziel nicht erreicht wurde und ob ggf. weitere Schritte nötig sind, um das Ziel zu erreichen. Das Erreichen des Ziels kann zusätzlich mit einer weiteren Belohnung einhergehen. Im vorliegenden Beispiel ist dies ein weiteres Sammelbild.
Nach insgesamt 6 Trainingsrunden wird überprüft, ob das angestrebte Ziel erreicht wurde. Ggf. kann in einer Reflexion darüber nachgedacht werden, warum das Ziel nicht erreicht wurde und ob ggf. weitere Schritte nötig sind, um das Ziel zu erreichen. Das Erreichen des Ziels kann zusätzlich mit einer weiteren Belohnung einhergehen. Im vorliegenden Beispiel ist dies ein weiteres Sammelbild.

Version vom 5. Januar 2015, 08:45 Uhr

Als Leseflüssigkeit wird im Allgemeinen die Fähigkeit verstanden, Wörter und Sätze genau, schnell und automatisiert zu lesen. [1]

In verschiedenen Meta-Analysen wurde untersucht, welche Förderansätze die Entwicklung der Leseflüssigkeit besonders positiv beeinflussen. Hierbei sind vor allem drei Elemente zu nennen:

  • Zusammenarbeit einer Lehrperson mit dem Lesenden beim lauten Vorlesen, da eine Lehrperson "Verleser" sicherer erkennt.
  • Führen einer Fortschrittsdiagnostik, bei der der erreichte Lesefortschritt bzw. die Leistungssteigerung in einem Diagramm festgehalten wird.
  • Erreichen eines selbstgewählten Leseziels.[2]

Auf Grundlage dieser Erkenntnisse soll den Schülerinnen und Schülern mit dem Leseflüssigkeitstraining (LFT) ermöglicht werden, ein selbstgewähltes Leseziel zu erreichen und den Fortschritt beim Erreichen dieses Ziels selbst zu dokumeniteren.

Ablauf

Das Training beginnt mit einem Test, bei dem die Ausgangslage analysiert werden soll. In diesem Test müssen bis zu 20 Sätze mit aufsteigendem Schwierigkeitsgrad gelesen werden und eingeschätzt werden, ob die Aussage des Satzes wahr oder falsch ist. Hierfür haben die Schüler 60 Sekunden Zeit. Die in dieser Zeit richtig eingeschätzten Sätze ergeben einen Leistungswert (LW), der Basis für das kommende Training ist. Der Aufgabentyp des Tests ist an das Salzburger Lesescreening angelehnt. Sollte ein Kind bei diesem Test in 60 Sekunden alle Sätze lösen, entspräche dies einer äußerst guten Leseleistung.

In der Folge sollen die Kinder sich überlegen, welchen LW sie in durch das Training gerne erreichen möchten. Diesen Wert tragen sie gemeinsam mit dem Basiswert in ein Diagramm ein.

Diagramm des LFT

In der Folge lesen die Kinder dann (täglich) 15 Minuten gemeinsam mit einem Erwachsenen laut bzw. halblaut in einem selbstgewählten Buch. Hierbei sollen Verleser korrigiert werden, sowie das Leseverständnis durch kleine Fragen überprüft werden. Denkbar ist auch, dass weiteres Lesematerial als Übung genutzt wird, z.B. Lese-Zuordnungskarten oder ein Lesequiz.

Das Absolvieren einer solchen Lese-Einheit wird zusätzlich mit einer Unterschrift dokumentiert. Nach Beendigung eines solchen Trainings (jedoch frühestens nach 3 Wochen) erfolgt ein weiterer Test nach oben skizziertem Schema, allerdings mit neuem Satz-Material, damit ein Trainingseffekt minimiert werden kann. Das Absolvieren des Tests ist für die Kinder mit einer kleinen Belohnung verbunden, z.B. einem Sammelbild, das in das Protokollheft eingeklebt werden kann.

Nun wird durch den Schüler und die Lehrkraft kontrolliert, ob das Leseziel schon erreicht wurde. Ist dies nicht der Fall, wird das Training mit der nächsten Übungsphase in gleicher Weise fortgesetzt. Sollte das Ziel erreicht worden sein, kann ggf. gemeinsam mit dem Schüler überlegt werden, ob das Ziel noch ein wenig gesteigert werden kann.

Nach insgesamt 6 Trainingsrunden wird überprüft, ob das angestrebte Ziel erreicht wurde. Ggf. kann in einer Reflexion darüber nachgedacht werden, warum das Ziel nicht erreicht wurde und ob ggf. weitere Schritte nötig sind, um das Ziel zu erreichen. Das Erreichen des Ziels kann zusätzlich mit einer weiteren Belohnung einhergehen. Im vorliegenden Beispiel ist dies ein weiteres Sammelbild.

Material

IconAnhang.png Protokollheft LFT Zur Infoseite mit Lizenzhinweisen

Pdf20.gif LFT_Protokollheft.pdf


Das Protokollheft zum LFT

IconAnhang.png Tests LFT Zur Infoseite mit Lizenzhinweisen

Pdf20.gif LFT_Tests.pdf


Die Testbögen zum LFT

IconAnhang.png Belohnungssticker LFT Zur Infoseite mit Lizenzhinweisen

Pdf20.gif LFT_Sticker.pdf


Die Belohnungssticker zum LFT

<references>

  1. vgl. Phillip, Maik: Grundlagen der effektiven Schreibdidaktik. S. 53.
  2. vgl. Phillip, Maik: Grundlagen der effektiven Schreibdidaktik. S. 53.